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Medikamentöse Behandlung

In der akuten Phase einer Schizophrenie sind Medikamente der wichtigste Teil der Behandlung. Die wichtigsten Medikamente zur Behandlung der Schizophrenie sind Antipsychotika. Glücklicherweise stehen heute zahlreiche Antipsychotika zur Verfügung, so dass ein optimales Medikament oder eine Kombination von Wirkstoffen für jeden einzelnen Betroffenen gefunden werden kann. Bei starken Erregungszuständen kann der Einsatz von Sedativa, also Beruhigungsmitteln, sinnvoll sein. Bei Symptomen, die auf eine Depression hindeuten,  werden außerdem Antidepressiva verordnet.

Wie wirken Antipsychotika?

Antipsychotika (früher: Neuroleptika) wirken ausgleichend auf den gestörten Stoffwechsel im Gehirn. Dadurch können Informationen wieder so verarbeitet werden, wie es vor der Erkrankung möglich war. Durch Antipsychotika werden die Symptome der Schizophrenie beseitigt oder zumindest deutlich abgeschwächt:

Typische und atypische Antipsychotika

Es gibt heute zwei Arten von Antipsychotika:

Die herkömmlichen (typischen) Antipsychotika

Sie wirken gut auf die Positivsymptome, aber sie rufen bei vielen Patienten eine Reihe von starken und unangenehmen Nebenwirkungen hervor, insbesondere Bewegungsstörungen.

Die atypischen Antipsychotika

Atypisch heißen sie, weil sie nicht im gleichen Ausmaß die beeinträchtigenden Nebenwirkungen der herkömmlichen Antipsychotika hervorrufen. Frei von Nebenwirkungen sind auch sie nicht. Im Allgemeinen werden sie aber gut vertragen. Die atypischen Antipsychotika haben außerdem ein erweitertes Wirkungsspektrum. Damit können nicht nur die Positivsymptome, sondern auch die Negativsymptome besser behandelt werden.

Wie werden Antipsychotika eingenommen?

Antipsychotika gibt es meist als Tabletten, Schmelztabletten oder Lösung zum Einnehmen. Diese können Sie einfach und bequem zuhause einnehmen. Aber: Sie müssen auch jeden Tag daran denken. Darüber hinaus gibt es moderne Depotpräparate. Die werden vom Arzt gespritzt und versorgen Sie über Wochen mit dem Medikament. Dabei kommen Sie mit weniger Wirkstoff aus, als mit Tabletten. Das reduziert mögliche Nebenwirkungen und tut Ihrem Organismus gut.

Depotpräparate werden in den Muskel (Oberarm- oder Gesäßmuskel) gespritzt, wo sie – daher der Name – sozusagen ein Lager bilden, aus dem der Wirkstoff langsam und kontinuierlich in Ihren Kreislauf abgegeben wird.

Die Vorteile von Depotpräparaten liegen auf der Hand:

Tablette oder Depot - Ihre persönliche Entscheidung

Welche Medikamentenform bevorzugen Sie: Die tägliche Tablette oder die z. B. monatliche Spritze? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Wünsche; gemeinsam suchen Sie das optimale Medikament aus.

Tablette und Depotpräparate im direkten Vergleich

Tablette

Depotpräparat

Wie oft wird das Medikament verabreicht?

In der Regel täglich*

z. B. nur alle 4 Wochen

Wer verabreicht
das Medikament?

Sie selbst

Der Arzt oder eine Pflegekraft

Welche sind die wesentlichen Vorteile?

  • Bequeme und schnelle Einnahme

  • Unabhängigkeit zuhause

  • Die Behandlung kann rasch angepasst werden, z. B. bei Nebenwirkungen

  • Wochenlang nicht an die Tabletteneinnahme denken

  • Geringes Rückfallrisiko durch stabile Wirkstoffkonzentration im Blut

  • Regelmäßiger Kontakt zum Arzt

  • Mehr Flexibilität im Alltag

Welche Nachteile gibt es?

  • Tägliche Einnahme

  • Einnahme kann vergessen werden

  • Tägliche Erinnerung an die Krankheit

  • Injektion: Schmerzen und/oder Schwellungen an der Injektionsstelle können auftreten

* je nach Medikament gibt es unterschiedliche Tagesdosen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Arzt.

Tipps zum Injektionstermin

Nur ein kleiner Pieckser! Das Spritzen eines Depotpräparates ist ungefähr so wie eine Impfung. Wenn Ihnen das trotzdem unangenehm ist, sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt darüber. Ganz sicher wird er sich alle Mühe geben, Sie behutsam zu behandeln.

Außerdem ist es hilfreich wenn…

 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei den meisten Medikamenten lassen sich Nebenwirkungen bei Antipsychotika nicht ganz vermeiden:

Niedergeschlagenheit, Störungen im Bewegungsablauf, Störungen im sexuellen Erleben oder Gewichtszunahme sind die häufigsten. Oft lassen diese Nebenwirkungen nach ein paar Wochen aber von alleine nach, so dass z. B. der Wechsel des Medikaments nicht nötig ist. Falls die Nebenwirkungen bei Ihnen nicht nachlassen oder besonders stark sind, kann Ihr Arzt Ihre Situation verbessern. Sprechen Sie ganz in Ruhe und offen mit ihm.

Für wen sind Depotpräparate geeignet?

Für alle Patienten, die...