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Medikamentöse Therapie

Akutbehandlung

Wie der Arzt einen behandelt, richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Man sollte unbedingt einen Facharzt aufsuchen, da die Therapie Erfahrung erfordert, und seine Angehörigen mit einbeziehen.
Medikamente stehen in der Regel im Mittelpunkt der Therapie. Man muss bedenken, dass sich die Veränderungen im Gehirnstoffwechsel häufig über einen längeren Zeitraum entwickeln. Es kann daher eine Zeitlang dauern, bis Medikamente richtig wirken. Manchmal wird der Arzt verschiedene Medikamente einsetzen oder kombinieren, um die optimale Therapie zu finden.

Die Stimmung stabilisieren

Stimmungsstabilisierer sind Medikamente, die stabilisierend auf die Aktivität des Gehirns einwirken. Sie sollen zum Beispiel das Stimmungshoch und die anderen Zeichen einer Manie auf ein normales, mit dem Alltag zu vereinbarendes Maß regulieren. Die Medikamente haben sich auch bei der Behandlung der depressiven Krankheitszeichen im Rahmen einer Bipolaren Störung bewährt. Dabei soll aber ein gesundes Maß von Stimmungsschwankungen erhalten bleiben.

Stimmungsstabilisierer

  • Lithium
  • Valproat
  • Lamotrigin
  • Atypische Antipsychotika

Atypische Antipsychotika wurden ursprünglich für die Behandlung psychischer Erkrankungen entwickelt, die mit einer veränderten Wahrnehmung der Realität einhergehen, sogenannter Psychosen. Atypische Antipsychotika haben ihre Wirkung auch bei Patienten mit Bipolaren Störungen unter Beweis gestellt. Sie beeinflussen den Neurotransmitterhaushalt im Gehirn und bewirken so eine Stabilisierung des psychischen Zustands.

Medikamente bei Depression

In einer depressiven Phase kommen Medikamente zum Einsatz (Antidepressiva), die eine stimmungsaufhellende Wirkung aufweisen, wenn Stimmungsstabilisierer alleine die Beschwerden nicht ausreichend lindern.

Die Wirkung von Antidepressiva setzt meist nach etwa zwei bis vier Wochen ein. Bis zu diesem Zeitpunkt profitiert man besonders von der Unterstützung durch Arzt, Angehörige und Freunde. Ein Problem, das im Rahmen einer Behandlung mit Antidepressiva auftreten kann, ist ein relativ rascher Wechsel von der depressiven in eine manische Phase. In diesem Fall setzt der Arzt das Antidepressivum wieder ab und verstärkt die Behandlung der Manie.

Menschen mit Depressionen fühlen sich häufig innerlich unruhig, sie sind ängstlich und nervös, schwitzen leicht, zittern, klagen über Schlafstörungen. Hier können Beruhigungsmittel den Druck auf die Seele entlasten, vor allem bis die Antidepressiva zu wirken beginnen. Bei einer kurzen, nur wenige Wochen dauernden Behandlung mit Beruhigungsmitteln besteht keine Suchtgefahr.

Medikamente bei Manie

Ein Arzt wird bei einer manischen Episode vor allem stimmungsstabilisierende Medikamente wie Lithium und Antipsychotika einsetzen, häufig in Kombination. Moderne Antipsychotika werden im Allgemeinen gut vertragen. Zusätzlich kommen wie bei der Depression vorübergehend Beruhigungsmittel zum Einsatz, die den Drang zur Aktivität, die Schlaflosigkeit und die manchmal vorkommende Erregung eindämmen.
Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente in Ihrer Situation am ehesten in Betracht kommen. Seine Auswahl richtet sich nicht nur nach der erwarteten Wirkung, sondern auch nach möglichen Nebenwirkungen.

Erhaltungstherapie

Nach Abklingen einer depressiven oder manischen Episode sind Menschen mit einer Bipolaren Störung besonders anfällig für einen Rückfall. Haben die Betroffenen eine depressive oder manische Phase überstanden, gilt es daher zunächst, ein Wiederaufflackern der Symptome zu verhindern. Dies ist das Ziel der Erhaltungstherapie. Der Arzt wird einem Betroffenen jetzt die Medikamente, die ihm geholfen haben, über einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu einem Jahr oder länger weiterverschreiben. Diese Medikamente können vor einem Wiederaufflackern der Beschwerden schützen.

Rückfallvorbeugung

Niemand kann den zukünftigen Verlauf der Bipolaren Störung vorhersagen, das heißt, ob überhaupt und falls ja, wann eine erneute Krankheitsepisode auftritt. Episoden können auch an Schwere zunehmen – mit allen Folgen für den Patient, seine Angehörigen und dessen Freunde. Vorbeugung heißt daher, nach einer Krankheitsepisode einen Rückfall zu vermeiden. Fachleute sprechen von Rezidivprophylaxe.
Rückfallvorbeugung bedeutet eine langfristige, oft lebenslange Behandlung. Ärzte empfehlen die Rückfallvorbeugung mit Medikamenten spätestens dann, wenn man zwei oder drei Episoden erlebt hat. Wissenschaftler haben festgestellt, dass selbst nach Jahren der Beschwerdefreiheit Rückfälle auftreten können. Durch die Einnahme von Medikamenten können Rückfälle unter Umständen ganz verhindert werden oder zumindest kann die Schwere der Krankheitsepisoden abgemildert werden.

  • Unterstützt von:
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